Mittwoch, 26. Januar 2011

Weihnachten in the middle of nowhere (Alice Springs, Northern Territory)...

Heiligabend in Australien, also Christmas Eve, ist hier kein großes Ding. Halt der Abend vor Weihnachten (Christmas Day). Mein Heiligabend verlief sogar noch unspektakulärer. Ich blieb zuhause.
Aber ich musste meine Tasche packen. Packen für die nächsten drei Tage. Am Christmas Day hieß es dann mal wieder vier Uhr in der Frühe aufstehen. Gegen fünf Uhr wollten Norman (der deutsche Freund) und seine Mum bei mir sein, um mich einzusacken um dann ab zum Flughafen zu fahren. Ziel: Avalon, der zweite Flughafen Melbournes, der fast bei Geelong liegt. Dort angekommen, haben wir unsere Sachen geschnappt und sind ins Terminal, um auf unseren Flieger zu warten. Zielflughafen war Alice Springs, eine Kleinstadt in the middle of nowhere im Northern Territory. Und tatsächlich ist es die größte Stadt weit und breit.


Ein Blick auf die Karte:

Karte: Northern Territory in Zentralaustralien
Gegen sechs ging der Flug und gegen acht Uhr Ortszeit (Ortszeit, da andere Zeitzone und keine Sommerzeit, daher Sonnenaufgang vor 6 Uhr und untergang for 20 Uhr) kamen wir an.

Posing "auf" Alice Springs

Am Flughafen angekommen, sind wir dann zu Europcar, um das vorbestellte Mietfahrzeug abzuholen. Dies war Stress für sich und dauerte bald eine Stunde, da es plötzlich Probleme gab und die Mitarbeiterin dank Feiertag niemanden in der Servicezentrale erreichte. Schließlich konnten wir das Fahrzeug auf Normans Mum umbuchen, weil er aus unerfindlichen Gründen gesperrt war.
Unser Mietwagen, ein 4WD-Offroader

Dann ging es ab zu unserer Unterkunft, dem Desert Palms Resort.
 
 Unsere Unterkunft

Unser etwas unliebsamer "Untermieter" vor der Terrasse

Anschließend versuchten wir ein wenig Lebensmittel einzukaufen, was dem Versuch Wasser in der Wüste zu finden, gleich kam. Es war ALLLES GESCHLOSSEN! Ich meine wirklich ALLES! Sogar Maccas (zu Dt.: McDonald's) hatte nur seinen McDrive ("Drive Through") geöffnet, an den man als Fußgänger nichts bekam. Schließlich fanden wir dann noch einen kleinen, teuren Supermarkt, der fünf Minuten später (12 Uhr) geschlossen hat. $50 für ein bisschen Toast, Marmelade und was zum trinken. Alter Schwede!

Wie man sieht, es ist einfach mal überhaupt niemand da:
 Alice Springs, vom ANZAC Memorial aus fotografiert


Als gäb es einen Ort, wo sich alle versteckt hielten. Die einzigen Menschen, die man gesehen hat, waren Aborigines, die leider zu sehr das Klischee mancher bedienten und die ganze Zeit nur herumliefen, herumlagen oder tranken. Irgendwie traurig.
Aber das Memorial selbst (ich sagte grad zu mir: "Mensch, das heißt 'Denkmal' im Deutschen!") war ganz nett, mit der tollen Flage (die ich mir später kaufen sollte, aber das weiß ich ja jetzt noch nicht):
Das ANZAC Memorial selbst

Wenn ich es mir so recht überlege, ist es nur die Flagge. Das Denkmal ist einfach nur ein Obelisk. Aber zum Posen davor hat es dann doch gereicht. ;)

Prouldy Australian? Haha. Maybe one day...

Am nächsten Tag hatten wir unsere erste Megatour vor uns. In einem Aufwasch zum Wartarrka Nationalpark (NP) und dem Uluṟu-Kata Tjuṯa NP fahren. Insgesamt eine Strecke von über 1.370 (in Worten: eintausenddreihundertsiebzig) Kilometern. Im Watarrka NP kan man den Kings Canyon sehen und auch besteigen (was bei 40°C Mittagshitze und mehr als 2-3 Stunden beanspruchte Zeit schlichtweg Selbstmord gewesen wäre). Und so sind wir nur die kleine Strecke von einer halben Stunde (Return) gelaufen. Leider war er dadurch auch nicht so beeindruckend, wie er wahrscheinlich über die lange Tour gewesen wäre.

  
Der Kings Canyon im Wartarrka NP
Aber wir hatten ja noch als zweites Ziel den Uluru-Kata Tjuta NP mit dem Uluru, auch Ayers Rock genannt, vor uns. Und wir entschieden uns am Tag davor dafür, dass wir ihn bei Sonnenuntergang und nicht bei -aufgang sehen wollen, sonst hätten wir wahrscheinlich noch in der Nacht losfahren müssen, um die 515 Kilometer zu schaffen. Sonnenuntergang war 19:38Uhr (sie haben ja keine Sommerzeit).
Unterwegs war ein Aussichtspunkt, von dem aus man eine ähnliche Felsformation sehen konnte, wie den Uluru, aber nicht leuchtend rot: den Mt Conner. Hingegen war der Aussichtspunkt aus rotem Sand und feuerheiß. Dennoch musste ich dieses Foto machen, was ich barfuß vorbereitete:
Footprints im feuerheißen und feuerroten Sand am Mt Conner Lookout

Weiter ging's zum Uluru. War von dort ja nur noch ein Steinwurf entfernt: 103 Kilometer. Und dann waren wir da. So unwirklich, weil die einzige Erhebung weit und breit. Neun Kilometer Umfang und ca. 350 Meter hoch. Man kann ihn sogar besteigen, aber dies war aufgrund der hohen Temperaturen verboten (der Zugang war gesperrt).

Der Uluru (Ayers Rock)

Rechts im Bild, etwa zehn Meter in der Höhe,
kann man den Pfad zum Erklimmen des Uluru erkennen
 Posing vor'm Uluru

Die Sonne geht unter und der Felsen wird röter

Mit Photoshop sieht der Felsen dann so aus:
HDR Toning mit Adobe Photoshop
Nach Sonnenuntergang hieß es dann wieder 515 Kilometer zurück nach Hause (und immer ein wachsames Auge am Straßenrand, damit uns kein Känguruh oder anderes Getier vor's Auto springt.
Am nächsten Tag stand dann der West MacDonnel NP auf dem Programm, dieser war dann wirklich gleich vor der Haustüre. Entlang des Namatjira Drives gab es alle zehn bis zwanzig Kilometer ein im lokalen Reiseführer ausgeschriebenen Halt, an dem man ein anderes Naturschauspiel beobachten konnte. Erster Stopp war der Simpson Gap, im Wesentlichen eine große Unterbrechung in dem Höhenzug, durch den ein großer, aber fast vollkommen trockener Flusslauf führt.

Wir stehen gerade mitten in dem breiten, aber wasserleeren Flussbett;
im Hintergrund: Die Simpson Gap

Nächster Halt war - nachdem man für Standley Chasm, ein enger Wanderpfad zwischen hohen Felswänden, einen Haufen Eintritt hätte zahlen müssen und wir ihn deshalb links liegen ließen - Ellery Creek Bighole. Der Ellery Creek ist ein Fluss, der wie fast alle in diesem Gebiet Zentralaustraliens ausgetrocknet war. Doch in einem weiteren Gap (einem Spalt/ eine Kluft) im Höhenzug hat sich ein kleiner See gestaut, der einige Badegäste anlockte. Außerdem war ein Campingplatz daneben - hier ist wahrscheinlich alles in the middle of nowhere. Also haben wir eine Badepause gemacht, bei wieder um die 30-40°C auch äußerst erfrischend. Zwischen den Felsen kam es einem vor, als wäre man im Windkanal, aber auf der anderen Seite konnte man sich auf dem kleinen Sandstrand kurz aufwärmen, bevor es wieder zurück durch den "Windkanal" ging. Die Zufahrt war etwas abendteuerlich, da unbefestigte Straße und grober Schotter, aber dank Allrad-Offroader kein Problem.

Ellery Creek Bighole, ein eiskalter Badesee

Nach einer Mittagspause mit Dip und Crackern ging es gestärkt zur nächsten Station, der Serpentine Gorge, eine große Schlucht, die nur über einen teils waghalsigen Aufstieg zu erreichen war. Aber die Aussicht hat die Strapazen entlohnt.
Die West MacDonnell Ranges


Dieser Aufstieg macht bei Regen und Feuchtigkeit sicher viel Spaß...

Die Serpentine Gorge (Serpentinenschlucht) von oben


Es ist immer wieder faszinierend, wie sich die Natur scheinbar die unliebsamsten Plätze zum Wachsen und Gedeihen aussucht, wie diese Bäume auf der Spitze des Felsvorsprunges:
Sonderbare Natur...

 
Der Eingang zur Serpentine Gorge

Die meisten Stationen liegen ziemlich nah am Namatjira Drive, so auch die Ocre Pits, unser nächster Halt. Diese Ockergruben sind die Quelle der Aboriginals für die gelbbraune Farbe und ein Heiligtum. Dem entsprechend war es verboten, etwas von der Tonerde mitzunehmen.

Die Ocre Pits

Die Erdschichten sahen wie gekachelte Wände in einem alten Abrisshaus aus.

Letzter Halt, denn es war schon recht spät geworden, war die Ormiston Gorge.Auf dem Weg dahin haben wir noch einen Dingo gesehen:
Ein Dingo
 
Die Ormiston Gorge, wieder auch zum Baden einladend.


Und wie ich da so stand und Fotos machte, ergab sich mir plötzlich und vollkommen unerwartet folgendes Bild:
Ein Rock Wallaby, vollkommen unbeeindruckt von unserer Präsenz

Zurück nach Alice Springs ging es anschließend und zurück nach Melbourne am nächsten Morgen. Die drei Tage Northern Territory waren echt wunderschön und mal wieder voller Erinnerungen. Ich hätte nie gedacht, dass die Landschaft derart grün ist.
Amen.

Samstag, 22. Januar 2011

Great Ocean Road, die Zweite

Ich muss wohl mal noch etwas aufarbeiten, bevor ich Australien in nicht einmal mehr drei Wochen wieder verlassen muss... (Ich bin doch erst vor kurzem angekommen!?!)

Am 14.12.2010 bin ich mit einem Freund, den ich über einen gemeinsamen Facebook-Freund kenne, noch einmal die Great Ocean Road entlang gefahren. Für mich war das aber nicht langweilig oder so, denn wir haben Orte gesehen, die ich beim ersten Mal nicht sah. Und das Wetter war an diesem Tag einfach traumhaft! Hier ein Screenshot von Google Maps (wie immer: Ein Doppelklick vergrößert das jeweilige Foto):

(C) ist Start und Ziel der Reise, mein Haus in South Yarra, Melbourne.
(B) sind die 12 Apostles an der Great Ocean Road.

Es begann wieder früh am morgen, denn die gesamte Unternehmung war eben mal 500km Strecke (hin und zurück). Und wir haben sogar wieder im selben Café in Torquay, dem Beginn der Great Ocean Road, gefrühstückt. Schnell noch bei Woolworths (eine der zwei großen Supermarktketten hier) Snacks für unterwegs und Sonnencreme gekauft, letzteres hatten wir nämlich beide vergessen. Dann sind wir zum Strand gefahren und haben erstmal eine aussagekräftige Botschaft für Deutschland im Sand hinterlassen. Verzeiht mir den etwas unverschämten Witz:

Frohe Weihnacht ;)

Diese Bucht  Bells Beach ist laut Reiseführer ein weltberühmter Wallfahrtsort für Surfer aus aller Welt. Entsprechend erhielt sie den Beinamen "Bells Beach". Und hier wurde offenbar auch der Film "Gefährliche Brandung" mit Keanu Reeves und Patrick Swayze gedreht. Surfer haben wir keine gesehen, wohl aber bemerkt, dass mindestens die Hälfte des Städtchen aus Surfershops à la Rip Curl, Billabong & Co. besteht.

Bells Beach in Torquay

Dann ging es weiter entlang der der Great Ocean Road. Irgendwo zwischen Torquay und Lorne haben wir nochmal Halt gemacht und einen kilometerlangen traumhaften Strand entdeckt, der menschenleer war (Kein Wunder, es war ein Dienstag zur Mittagszeit).

Ein kilometerlanger, einsamer Strand, der zum Abkühlen einlud

Und Mitten auf der Great Ocean Road, also mindestens schon einige zehn Kilometer, wird sie dann offiziell eröffnet, also mit Tor und mit einem Parkplatz davor und sogar mit drei Rampen, von denen man das Tor schön fotografieren kann (so wie mit diesem Foto geschehen). Hach, wie schön ist es doch sich Touri-entsprechend zu verhalten. Und immer auch in Gesellschaft von Asiaten mit ihren Kameras...

Das (offizielle) Tor zur Great Ocean Road

In Lorne, einem beliebten Badeort schon lange bevor die Great Ocean Road in die Felsen gehauen wurde, findet man das älteste Badehotel Victorias, dem Grand Pacific Hotel. Früher sind die gut betuchten Badegäste aus Melbourne mit dem Schiff hier angekommen. Dass die Australier den Superlativ lieben, habe ich ja schon mal erwähnt (ältester, größter, längster oder weiß der Geier..)
Spontan sind wir in Lorne der Beschilderung zu den Erskine Falls gefolgt, ein Wasserfall, der nur wenige Kilometer entfernt war. Man beachte die riesigen Farnbäume (!):
Die Erskine Falls in der Nähe von Lorne.

Man muss echt sagen, die Straße zeugt immer noch von ihrer Vergangenheit und dem Zeugnis eines gewonnennen Kampfes gegen die unerbitterliche Natur: So wurde die 320 Kilometer lange Küstenstraße komplett nur mit Pickel und Schaufel von Soldaten, die aus dem Ersten Weltkrieg wieder kehrten, zwischen 1919 und 1932 erschaffen. Es diente wohl als ABM-Maßnahme und zur Erschließung einer Region, die zuvor nur mittels Schiff zu erreichen war (Ja, so ein Reiseführer kann ganz nützlich sein *grins*).

Weiter ging es in Richtung 12 Apostles, dem Ziel unserer Unternehmung. Doch ein paar Kilometer zuvor machten wir nochmal halt an den im Reiseführer angepriesenen Gibson Steps, die wir im Oktober aus Angst vor der schwindenden Sonne links liegen ließen. Ursprünglich von Hand in den Felsen geschlagen, führen sie hinab zu einem wunderschönen, ursprünglichen, aber auch äußerst gefährlichen Strand.

Ein ursprünglicher Strand an den Gibson Steps.

So richtig getraut hab ich mich auch nicht
(zum Thema lebensgefährlich und so).

Und dann waren wir endlich (wieder) an den 12 Apostles. Diesmal mit deutlich besserem Wetter und warm und alles.
Damals im Oktober sah es noch so aus...
Die 12 Apostles im Oktober

...doch an diesem Tag so:

  
 Die 12 Apostles im Dezember

Und das hab ich mittels Photoshop daraus gemacht:
12 Apostles - HDR Toning in Adobe Photoshop

Schließlich ging es dann über Colac und den Princess Highway (siehe Karte oben) wieder zurück nach Melbourne.

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Zwei Wochen Down under mit meiner Mom...

So, nun folgt endlich mal wieder ein (langer) Beitrag. Die zwei Wochen, in denen mich meine Mum besucht hat, sind auch schon eine Weile her (Oktober), waren aber sehr ereignisreich. Um die Übersicht nicht zu verlieren, wird die Abhandlung chronologisch und nach Tagen sortiert erfolgen:

Tag 1: Sonntag
Nachdem ich meine Mom vom Flughafen-Shuttle abgeholt habe (da Melbourne es verpasst hat, den Flughafen an ÖPNV anzubinden, muss man für $16 pro Strecke mit dem SkyBus in die Stadt fahren), sind wir zu ihrem Hostel gefahren. Sie hat sich dort frisch gemacht und wir sind ein bisschen durch mein Stadtteil (South Yarra) gelaufen, um anschließend bei einem Italiener was zu essen und anschließend in einem Irish Pub noch einen Absacker zu trinken. Ich war nach meinem Flug damals total fertig, aber da sie im Gegensatz zu mir während des Fluges schlafen konnte, war sie recht fit.

Tag 2: Montag
Am Montag ist sie zu mir gekommen und wir haben uns mittels Prospekten und Reiseführer, die ich im Vorfeld organisiert habe, einen Plan gemacht, was wir uns ansehen wollen. Anschließend sind wir in die Stadt gefahren und haben uns in der Touristeninfo noch was zeigen/ empfehlen lassen. Das Wetter war schön und ich schlug vor, entlang des Flusses zum Heureka-Tower zu gehen (ihr wisst schon: höchstes Wohnhaus auf der südlichen Erdhalbkugel). Von jenem hat man einen wunderbaren Blick über die ganze Stadt. Wir haben ein Kombiticket genommen, so dass man bei Nacht nocheinmal drauf konnte:
Hier nochmal der Heureka-Tower.

Blick vom Heureka-Tower gen Norden
(unten rechts Flinders St Station, der zentrale Metro-Knotenpunkt
und Standard-Treffpunkt der Stadt). Man beachte, wie weit sich die Stadt ausdehnt.

Blick vom Heureka-Tower gen Südwesten (Richtung St. Kilda).

Später sind wir dann nach St. Kilda an den Strand gefahren, wo man in der Dämmerung bzw. bei Nacht Pinguine sehen kann (Ja, es gibt Pinguine in Australien! Diese heißen Little Penguins, also kleine Pinguine, und sind die einzige wildlebende Art in Australien). Fotos wurden zwar gemacht, aber man sieht eigentlich nichts, von daher spar ich mir den Upload.
Anschließend ging es zurück zum Heureka-Tower. Bei Nacht sieht das ganze dann so aus:
Nächtlicher Blick vom Heureka-Tower (unten im Bild wieder Flinders St).

Hinten der Hafen (goldgelb leuchtend), unten der
Yarra-Fluss, links daneben das Crown-Casino.

Tag 3: Dienstag
Diesmal sind wir vom Hostel aus in die Stadt gelaufen, denn das Wetter war schön und wir wollten mit einer alten Straßenbahn (City Circle), die kostenlos  um das Zentrum fährt, eine Runde um die Stadt machen. Bevor wir damit fuhren, schauten wir uns auf dem Weg noch den Shrine of Remembrance an, eine Gedenkstätte für die Soldaten des 1. Weltkrieges:
Der Shrine of Remembrance, am Montag vom Heureka-Tower aus fotografiert.

Blick gen Stadt. Größtes Gebäude Mitte links: Heureka-Tower.

Anschließend sind wir weiter zur Flinder St gelaufen und haben mit dem City Circle, also der Straßenbahn die Stadt erkundet. In Docklands (siehe Posting vom 5.9., ganz unten) hab ich dann leider meine Sonnenbrille verloren, auch wenn ich zu dem Zeitpunkt eher meine Regenjacke brauchte, da das Wetter ab dann schlecht wurde. Das hängt bestimmt mit dem Verlust meiner Brille zusammen: Schlechtes Omen und so...
Wir waren außerdem im Koorie Heritage Trust Cultural Center, einem Zentrum über Aborigini-Kunst und Handwerk (dem Koorie-Stamm), da meine Mom mehr über sie erfahren wollte. Es war zwar interessant, doch beantwortete keine unserer Fragen.

Tag 4: Mittwoch
Am Mittwoch waren wir dann noch im Melbourne Museum, welches man uns am Tag zuvor empfahl, da es eine Aborigini-Ausstellung beherbergt, doch auch hier fanden wir nicht wirklich Antworten. Es wurde nur immer wieder betont, wie die Briten mit ihnen umgingen (Stichwort: The stolen generation (dt. die gestohlene Generation): man nahm den Eltern die Kinder weg und steckte sie in Missionarscamps, um sie quasi zu europäisieren). Da heißt es dann wahrscheinlich im Internet recherchieren oder deutsche Literatur kaufen, zumindest für meine Mom. Anschließend haben wir einen Mietwagen für vier Tage gemietet, den wir am Donnerstag abholten.
Am Abend waren wir dann in einem super Konzert im Rahmen des Melbourne Festivals: Ursula Yovich - Magpie Blues. Hier ist ein Zusammenschitt des Konzerts auf YouTube: http://www.youtube.com/watch?v=NK6kLKLHTSQ. Es war einfach nur krass! Sie hat einen serbischen Vater und eine Aborigini-Mutter und zudem einfach nur eine Powerstimme! Das Konzert war gewissermaßen autobiographisch und sie erzählte u.a. darüber, wie sie aufwuchs und was sie erlebte. Dieses Konzert fand by the way im Rahmen des Beck's Festivals statt, welches wohl irgendwie zum Melbourne Festival gehört.

Tag 5: Donnerstag
Hier erst mal eine Karte mit allen Orten, die im Folgenden von Interesse sein werden (ein Klick auf das Bild vergrößert die Karte):

Mit dem frisch ausgeliehenen Mietwagen ging es in das ca. 60km entfernte Healesville zum Healesville Sanctuary, einem Naturpark (man könnte auch Zoo sagen) für in Australien heimische Tiere. Dort konnte man die ganze Bandbreite sehen - sofern die Tiere sich auch zeigen wollten: Känguruhs, Wallabys (kleinere Känguruhs), Koalas, Opossums, Echindnas (austral. Ameisenigel), Platypus (eine Art eierlegende Wollmilchsau: lebt im Wasser, hat Fell, legt Eier und hat den Schnabel wie eine Ente) sowie Papageien, Emus und anderes Getier:

  
 
Ein Känguruh, ein Papagei mit Flaschendeckel im Schnabel,
ein posierender Koala, ein Emu und ein Vogel, der immer überall dabei war.

Hier ein Beweis, dass ich dort nicht alleine war bzw. nicht alleine fotografiert habe... ;)
Meine Mom beim Fotografieren.

Und hier ein Eindruck von der Landschaft, in der Healesville liegt (das Yarra Valley ist ein beliebtes Weingebiet):
Ein Ausschnitt aus dem Yarra Valley.

Anschließend fuhren wir in den Süden zur Philipp Island, einer Insel, auf der die Little Penguins leben und von Tribünen (gegen $20 p.P. Eintritt!!) bei ihrer nächtlichen Ankunft beobachtet werden können. Fotos waren leider nicht erlaubt, wäre bei der Dunkelheit und Entfernung sicher sowieso nicht möglich gewesen. Aber niedlich war es schon, wie die kleinen Pinguine dann pararell zu den zurückströmenden Menschen den Hügel emporwatschelten, gänzlich ungeachtet allen Lärms der sich unterhaltenden Besucher!

Tag 6: Freitag
Auch wenn das Wetter seit dem Vortag nicht wieder besser wurde, hielten wir an dem Entschluss fest, mit dem Mietwagen zur Great Ocean Road zu fahren. Und entsprechend sahen dann Fotos anfangs auch so aus:

In Torquay mit Blick auf den Strand
(das Wetter war noch viel schlechter als hier zu erkennen).

Entlang der Great Ocean Road, die sich meist entlang der Küste schlängelte, ging es dann bis zu den 12 Aposteln:



Zahlreiche Fotos und rund ein bis zwei Stunden später ging es dann wieder zurück nach Melbourne.

Tag 7: Samstag
Wir sind äußerst früh (noch vor dem Frühstück) aufgestanden und Richtung Westen gefahren. Unterwegs in Ballarat frühstückten wir in der (offenbar) legendären Beechworth Bakery. Allerdings gab es da nicht das typische Brekky mit Poached Eggs (pochierte Eier), Bacon, Brown Hash (eine Art Kartoffelpuffer), Baked Beans, einem leckeren Würstchen und Toast, so dass wir ein herzhaftes Gebäck mit Käse und Schinken und einen Kaffee hatten. Weiter ging es zu den Grampians (siehe Karte oben), ein rauhes Rotsandsteingebirge:


Oben links unterwegs in den Grampians, rechts der Blick am Bokora Lookout.
Das Bild unten rechts zeigt die Balconies, auf denen man früher ohne
Geländer und Sicherung rumturnen konnte, und unten links war vom Weg dahin fotografiert worden.

Hier sieht man auch mal unseren Mietwagen mit meiner Mom am Steuer:

Eigentlich wollten wir uns ja die Mackenzie Falls (unten links) ansehen, auf dem Weg dorthin ergab sich uns jedoch folgendes Bild (rechts):


Auf der Rückfahrt sind wir dann durch die Serra Range, einem breiten Tal, gefahren, wo wir fast die ganze Zeit allein waren:
Endlose Straßen und keine Menschenseele (bzw. Autos) weit und breit.

Ganz allein waren wir dann doch nicht, wie sich herausgestellt hat:
Ein Wallaby! Ist das nicht niedlich? Warum hab ich das eigentlich nicht mitgenommen?
Ach ich erinner mich: Es war scheu und rannte davon.... Zu blöd.

Und hier das obligatorische Verkehrsschild! Man beachte die Distanz, für die es gilt!

Tag 8: Sonntag
Der Sonntag war der letzte Tag mit Mietwagen und wir beschlossen, nach Bendigo zu fahren. Im Nachhinein hätten wir wahrscheinlich woanders hinfahren sollen - wie zum Beispiel zur Mornington Peninsula oder zum Wilson Promontory Nationalpark (ersteres ist auf der Karte oben die Halbinsel neben dem Pfeil "Phillip Island" und letzeres ganz unten rechts auf selbiger Karte: man sieht noch das "W"), aber naja... nach Bendigo also. ;)

Unterwegs machten wir halt beim Hanging Rock (in der Karte auf der Höhe Woodend zwischen Melbourne und Bendigo). Man muss sagen, echt ein traumhafter Fleck! Es ist ein alter Vulkan und überall gibt es Känguruhs, Wallabys und bunte Papageien. Ein paar Impressionen:
links: Blick von unten, im Hintergrund die Felsen; rechts: zwei Papageien
links: Blick von oben auf eine Rennbahn am Fuße des Hanging Rock;
rechts: Dutzende von Känguruhs, die auf der Rennbahn grasen.

Weiter ging es gen Norden Richtung Bendigo. Unser nächster Stopp war Castlemaine, eine alte Goldgräberstadt. Dort konnte man sich die ganzen Apparaturen und Ruinen vergangener Zeiten anschauen und Erklärungen dazu lesen:  


Verschiedene Geräte, begleitet von Erklärungen und Schautafeln.
Unten rechts: Wir sind wieder mal auf der "Jagd" nach einem Känguruh. Später dachten wir uns: 'Eigentlich war das Känguruh ganz schön riesig! Was macht es eigentlich, wenn es sich bedroht fühlt...?'
Nun sind wir endlich in Bendigo angekommen und haben dort das Golden Dragon Museum mit angrenzendem Chinesischen Garten besucht. Dort kann man - wie ist es auch anders zu erwarten (es lebe der SUPERLATIV) - den längsten, den ältesten sowie den einzigen weiblichen Prozessionsdrachen sehen. Beweisfotos:

Oben: Chinesischer Garten und Kopf eines Prozessionsdrachen.
Unten: Ja, wie hatten Spaß. ;)

Anschließend sind wir ein bisschen durch Bendigo gelaufen. Unweit des Golden Dragon Museums befindet sich ein Aussichtsturm, von dem man über die Stadt blicken kann.

In jenem Park, in dem auch der Aussichtsturm steht, gibt es eine Art kleinen Garten, der momentan geschlossen war. Sieht man sich hingegen das folgende Foto an, fragt man sich, ob man da wirklich rein mochte:
Einer zahlreicher Bäume, voll mit Flughunden (Flying Foxes).

Am Abend haben wir dann noch in einem thailändischen Restaurant gegessen, dass mir ein Freund aus Bendigo empfohlen hat. Das Essen war hervoragend und es befindet sich in einem alten Bankgebäude, so dass auch das Ambiete stimmte. Auf der Rückfahrt saßen auf einigen Hügeln nahe des Highways Scharen von Känguruhs!

Tag 9: Montag
Nachdem wir den Mietwagen wieder abgegeben haben, sind wir durch den botanischen Garten flaniert, eine wunderschöne große und gepflegte Gartenanlage mit heimischen Pflanzen und Tieren sowie zahlreichen Seen und Wiesen.

Impressionen aus dem Royal Botanic Garden.

Tag 10: Dienstag
An diesem Tag klingelte der Wecker um 4 Uhr morgens! Wir haben in der ersten Woche einen Flug sowie eine Übernachtung gebucht. Das Ziel lautete: SYDNEY! Es war soooo früh, dass wir mit dem Taxi zu Southern Cross fahren mussten, um dort mit dem SkyBus zum Flughafen zu gelangen. Der Flug ging 6:10 Uhr und gegen 8 Uhr waren wir in Sydney! WOW! Das war nun auch für mich komplett neu, in Melbourne bin ich ja nun schon eingelebt.
Wir sind dann mit der Metro erst mal zum Hostel und haben unser Handgepäck etwas erleichtert, um dann mit dem Free Shuttle - wie auch in Melbourne - etwas durch die Stadt zu fahren (war aber abgesehen davon, dass es kostenlos war, eher sinnlos, da sie nicht mal was erzählt haben). Dann sind wir ins Sydney Aquarium gegangen, was für mich für die nächsten Monate und Jahre noch folgenreich war/sein wird: Mir wurde mein Handy (was ich im Januar erst gekauft habe) gestohlen. Nun bitte eine Schweigeminute.............. Danke.

Nun zurück zum Aquarium. Das spannendste überhaupt waren wohl die zwei "Außenbecken". Man geht durch einen Tunnel aus Plexiglas und kann die Fische hautnah betrachten! Der Clou: sie schwimmen nicht nur neben einem her, sondern auch über einen! Das sieht dann so aus:

Allerhand Meeresgetier (und ganz oben auch Nemo und Dori aus dem Film Findet Nemo)...

Am Abend sind wir dann noch ein bisschen durch die Stadt geschlendert und haben schon mal einen Blick von Harbour Bridge und Opernhaus erhaschen können.

Links das weltberühmte Opernhaus, rechts die Harbour Bridge hinter Gebäuden,
die bis auf die Palmen davor an die Hamburger Speicherstadt erinnern.

Anschließend waren wir dann in einer Bar, in der zufälligerweise ein Band Contest abgehalten wurde. Die Bands waren... naja... ganz nett (negative Konnotation beabsichtigt). Aber es gab Budweiser und damit ließ es sich doch ganz gut ertragen... ;)
Unser 4 bed dorm im Hostel war ganz okay, wir hatten ein eigenes Bad, welches wir uns mit einem jungen Pärchen aus Fiji teilten. Ich schlief im Doppelbett oben, hatte am nächsten Morgen entsprechend sogar den Sonnenaufgang sehen können.

Tag 11: Mittwoch
Nach dem "interkontinentalen Help yourself"-Frühstück im Hostel ging es dann in die Stadt. Unter anderem stand eine Fahrt mit der Fähre nach Manly Beach sowie eine (für Mum deutsche) Führung durch das Opernhaus auf dem Programm - und nicht zu vergessen: der Rückflug nach Melbourne.

Links der Sydney Tower vom Hyde Park aus, rechts die Eingangshalle eines prunkvollen Theaters.

Die Fähre nach Manly Beach ging vom Circular Quay los, welcher direkt zwischen Opernhaus und Harbour Bridge liegt. Auf dem Weg hab ich dann gefühlte 5.000 Fotos von beidem geschossen, hier eine winzige Auswahl.
  

 
 Harbour Bridge, Skyline mit Harbour Bridge und Opernhaus und nochmal das Opernhaus.

In Manly Beach gab es dann Fish and Chips, unter kritischen Blicken zahlreicher Möwen, die ihre Chance sahen, etwas abzubekommen. Außerdem war es der erste Badegang für mich überhaupt in Australien! Es war einfach traumhaft. Vielleicht hätte ich mal James Bond - Casino Royale sehen sollen, jedenfalls wurde ich auf diesem Foto des öfteren damit verglichen...



Viel Zeit zum Verweilen hatten wir dank strikten Zeitplanes jedoch nicht in Manly, so dass wir beide schnell nacheinander ins Wasser sind und anschließend zurück zur Fähre und nach Sydney mussten. Nächter TOP (Tagesordnungspunkt) war die Führung ("Essential Tour German") durch die Oper.


Die Tour war echt interessant, man ist in viele Säle und Räume gekommen, hat auch einiges über Geschichte, Nutzung und Besonderheiten des Gebäudes erfahren. Schließlich ging es zum Flughafen und zurück nach Melbourne.

Tag 12: Donnerstag
Diesmal ging es nach Brighton Beach: Wieder Strand, diesmal kein Stress wie am Tag zuvor in Manly. Und so verbrachten wir wohl drei Stunden dort, das war dann auch gleich das zweite Mal baden... Der Strand war nicht so toll, aber wir waren fast alleine, da werktags und Mittagsstunden. Gegen 14 Uhr sind wir dann dem Strand entlang gen Melbourne gelaufen. Dort haben wir dann auch die berühmten bunten Strandhäuser gesehen. Wir sind bestimmt vier, fünf Stunden gelaufen und gerade mal drei Metro-Stationen vorangekommen, die aber erst mal ein Stück vom Strand weg war (wie auch jeglicher anderer ÖPNV).

Oben: Links der Brighton Beach sowie rechts die berühmten Strandhäuser (ein äußerst beliebtes Postkartenmotiv).
Unten: Posing vor der Skyline Melbournes als Kulisse sowie ein Bild von unserem Weg entlang der Port Phillip Bay.

Als wir dann endlich zurück in Melbourne waren, war es bereits gegen halb neun und dunkel. Hier nochmal eine Nachtimpression: 
   
Die Skyline bei Nacht und ihre Reflektionen im Yarra River (@ Flinders Street Station).

Tag 13: Freitag
An diesem Tag hab ich meiner Mum die Brunswick Street in Fitzroy gezeigt, die wirklich sehenswert ist, doch seht selbst: 

Vier Impressionen aus der Brunswick St.

  
 
Vier Detailaufnahmen der Brunswick St.

Tag 14: Samstag
Der Samstag war der letzte Tag, da am Abend der Flug meiner Mum gen Heimat ging. Wir haben uns also noch ein paar Stadtteile Melbournes angesehen, die in unserer Touristenkarte hervorgehoben sind. So also den Hafen (Port Melbourne), von dem aus die Fähre mit zwölf Stunden Fahrtzeit nach Tasmanien ausläuft, South Melbourne und Richmond. In Richmond sind wir dann entlang des Yarra Rivers spaziert und haben noch ein wenig die letzte gemeinsame Zeit bei schönem Wetter genossen.

Die Spirit of Tasmania II in Port Melbourne.

Das Rathaus in South Melbourne.

Zwei Impressionen in Richmond entlang der Yarra bei mittlerweile sonnigem Wetter.

Am Abend hieß es dann Abschied nehmen. Nach zwei Wochen, in denen wir praktisch jede freie Minute miteinander verbracht haben (so viel Zeit haben wir wohl noch nie gemeinsam verbracht!), war das recht bedrückend. Und auch jetzt, wo ich das gerade schreibe, muss ich doch wieder mit Wehmut daran denken. Aber es war eine super Zeit voller schöner Erlebnisse und ich habe sie wirklich genossen! Danke nochmal für deinen Besuch! :)