Heiligabend in Australien, also Christmas Eve, ist hier kein großes Ding. Halt der Abend vor Weihnachten (Christmas Day). Mein Heiligabend verlief sogar noch unspektakulärer. Ich blieb zuhause.
Aber ich musste meine Tasche packen. Packen für die nächsten drei Tage. Am Christmas Day hieß es dann mal wieder vier Uhr in der Frühe aufstehen. Gegen fünf Uhr wollten Norman (der deutsche Freund) und seine Mum bei mir sein, um mich einzusacken um dann ab zum Flughafen zu fahren. Ziel: Avalon, der zweite Flughafen Melbournes, der fast bei Geelong liegt. Dort angekommen, haben wir unsere Sachen geschnappt und sind ins Terminal, um auf unseren Flieger zu warten. Zielflughafen war Alice Springs, eine Kleinstadt in the middle of nowhere im Northern Territory. Und tatsächlich ist es die größte Stadt weit und breit.
Ein Blick auf die Karte:
Aber ich musste meine Tasche packen. Packen für die nächsten drei Tage. Am Christmas Day hieß es dann mal wieder vier Uhr in der Frühe aufstehen. Gegen fünf Uhr wollten Norman (der deutsche Freund) und seine Mum bei mir sein, um mich einzusacken um dann ab zum Flughafen zu fahren. Ziel: Avalon, der zweite Flughafen Melbournes, der fast bei Geelong liegt. Dort angekommen, haben wir unsere Sachen geschnappt und sind ins Terminal, um auf unseren Flieger zu warten. Zielflughafen war Alice Springs, eine Kleinstadt in the middle of nowhere im Northern Territory. Und tatsächlich ist es die größte Stadt weit und breit.
Ein Blick auf die Karte:
Karte: Northern Territory in Zentralaustralien
Gegen sechs ging der Flug und gegen acht Uhr Ortszeit (Ortszeit, da andere Zeitzone und keine Sommerzeit, daher Sonnenaufgang vor 6 Uhr und untergang for 20 Uhr) kamen wir an.
Posing "auf" Alice Springs
Am Flughafen angekommen, sind wir dann zu Europcar, um das vorbestellte Mietfahrzeug abzuholen. Dies war Stress für sich und dauerte bald eine Stunde, da es plötzlich Probleme gab und die Mitarbeiterin dank Feiertag niemanden in der Servicezentrale erreichte. Schließlich konnten wir das Fahrzeug auf Normans Mum umbuchen, weil er aus unerfindlichen Gründen gesperrt war.
Unser Mietwagen, ein 4WD-Offroader
Dann ging es ab zu unserer Unterkunft, dem Desert Palms Resort.
Unsere Unterkunft
Unser etwas unliebsamer "Untermieter" vor der Terrasse
Anschließend versuchten wir ein wenig Lebensmittel einzukaufen, was dem Versuch Wasser in der Wüste zu finden, gleich kam. Es war ALLLES GESCHLOSSEN! Ich meine wirklich ALLES! Sogar Maccas (zu Dt.: McDonald's) hatte nur seinen McDrive ("Drive Through") geöffnet, an den man als Fußgänger nichts bekam. Schließlich fanden wir dann noch einen kleinen, teuren Supermarkt, der fünf Minuten später (12 Uhr) geschlossen hat. $50 für ein bisschen Toast, Marmelade und was zum trinken. Alter Schwede!
Wie man sieht, es ist einfach mal überhaupt niemand da:
Alice Springs, vom ANZAC Memorial aus fotografiert
Als gäb es einen Ort, wo sich alle versteckt hielten. Die einzigen Menschen, die man gesehen hat, waren Aborigines, die leider zu sehr das Klischee mancher bedienten und die ganze Zeit nur herumliefen, herumlagen oder tranken. Irgendwie traurig.
Aber das Memorial selbst (ich sagte grad zu mir: "Mensch, das heißt 'Denkmal' im Deutschen!") war ganz nett, mit der tollen Flage (die ich mir später kaufen sollte, aber das weiß ich ja jetzt noch nicht):
Das ANZAC Memorial selbst
Wenn ich es mir so recht überlege, ist es nur die Flagge. Das Denkmal ist einfach nur ein Obelisk. Aber zum Posen davor hat es dann doch gereicht. ;)
Prouldy Australian? Haha. Maybe one day...
Am nächsten Tag hatten wir unsere erste Megatour vor uns. In einem Aufwasch zum Wartarrka Nationalpark (NP) und dem Uluṟu-Kata Tjuṯa NP fahren. Insgesamt eine Strecke von über 1.370 (in Worten: eintausenddreihundertsiebzig) Kilometern. Im Watarrka NP kan man den Kings Canyon sehen und auch besteigen (was bei 40°C Mittagshitze und mehr als 2-3 Stunden beanspruchte Zeit schlichtweg Selbstmord gewesen wäre). Und so sind wir nur die kleine Strecke von einer halben Stunde (Return) gelaufen. Leider war er dadurch auch nicht so beeindruckend, wie er wahrscheinlich über die lange Tour gewesen wäre.
Der Kings Canyon im Wartarrka NP
Aber wir hatten ja noch als zweites Ziel den Uluru-Kata Tjuta NP mit dem Uluru, auch Ayers Rock genannt, vor uns. Und wir entschieden uns am Tag davor dafür, dass wir ihn bei Sonnenuntergang und nicht bei -aufgang sehen wollen, sonst hätten wir wahrscheinlich noch in der Nacht losfahren müssen, um die 515 Kilometer zu schaffen. Sonnenuntergang war 19:38Uhr (sie haben ja keine Sommerzeit).
Unterwegs war ein Aussichtspunkt, von dem aus man eine ähnliche Felsformation sehen konnte, wie den Uluru, aber nicht leuchtend rot: den Mt Conner. Hingegen war der Aussichtspunkt aus rotem Sand und feuerheiß. Dennoch musste ich dieses Foto machen, was ich barfuß vorbereitete:
Unterwegs war ein Aussichtspunkt, von dem aus man eine ähnliche Felsformation sehen konnte, wie den Uluru, aber nicht leuchtend rot: den Mt Conner. Hingegen war der Aussichtspunkt aus rotem Sand und feuerheiß. Dennoch musste ich dieses Foto machen, was ich barfuß vorbereitete:
Footprints im feuerheißen und feuerroten Sand am Mt Conner Lookout
Weiter ging's zum Uluru. War von dort ja nur noch ein Steinwurf entfernt: 103 Kilometer. Und dann waren wir da. So unwirklich, weil die einzige Erhebung weit und breit. Neun Kilometer Umfang und ca. 350 Meter hoch. Man kann ihn sogar besteigen, aber dies war aufgrund der hohen Temperaturen verboten (der Zugang war gesperrt).
Rechts im Bild, etwa zehn Meter in der Höhe,
kann man den Pfad zum Erklimmen des Uluru erkennen
Posing vor'm Uluru
Die Sonne geht unter und der Felsen wird röter
Mit Photoshop sieht der Felsen dann so aus:
HDR Toning mit Adobe Photoshop
Nach Sonnenuntergang hieß es dann wieder 515 Kilometer zurück nach Hause (und immer ein wachsames Auge am Straßenrand, damit uns kein Känguruh oder anderes Getier vor's Auto springt.
Am nächsten Tag stand dann der West MacDonnel NP auf dem Programm, dieser war dann wirklich gleich vor der Haustüre. Entlang des Namatjira Drives gab es alle zehn bis zwanzig Kilometer ein im lokalen Reiseführer ausgeschriebenen Halt, an dem man ein anderes Naturschauspiel beobachten konnte. Erster Stopp war der Simpson Gap, im Wesentlichen eine große Unterbrechung in dem Höhenzug, durch den ein großer, aber fast vollkommen trockener Flusslauf führt.
Wir stehen gerade mitten in dem breiten, aber wasserleeren Flussbett;
im Hintergrund: Die Simpson Gap
im Hintergrund: Die Simpson Gap
Nächster Halt war - nachdem man für Standley Chasm, ein enger Wanderpfad zwischen hohen Felswänden, einen Haufen Eintritt hätte zahlen müssen und wir ihn deshalb links liegen ließen - Ellery Creek Bighole. Der Ellery Creek ist ein Fluss, der wie fast alle in diesem Gebiet Zentralaustraliens ausgetrocknet war. Doch in einem weiteren Gap (einem Spalt/ eine Kluft) im Höhenzug hat sich ein kleiner See gestaut, der einige Badegäste anlockte. Außerdem war ein Campingplatz daneben - hier ist wahrscheinlich alles in the middle of nowhere. Also haben wir eine Badepause gemacht, bei wieder um die 30-40°C auch äußerst erfrischend. Zwischen den Felsen kam es einem vor, als wäre man im Windkanal, aber auf der anderen Seite konnte man sich auf dem kleinen Sandstrand kurz aufwärmen, bevor es wieder zurück durch den "Windkanal" ging. Die Zufahrt war etwas abendteuerlich, da unbefestigte Straße und grober Schotter, aber dank Allrad-Offroader kein Problem.
Ellery Creek Bighole, ein eiskalter Badesee
Nach einer Mittagspause mit Dip und Crackern ging es gestärkt zur nächsten Station, der Serpentine Gorge, eine große Schlucht, die nur über einen teils waghalsigen Aufstieg zu erreichen war. Aber die Aussicht hat die Strapazen entlohnt.
Die West MacDonnell Ranges
Dieser Aufstieg macht bei Regen und Feuchtigkeit sicher viel Spaß...
Die Serpentine Gorge (Serpentinenschlucht) von oben
Es ist immer wieder faszinierend, wie sich die Natur scheinbar die unliebsamsten Plätze zum Wachsen und Gedeihen aussucht, wie diese Bäume auf der Spitze des Felsvorsprunges:
Sonderbare Natur...
Der Eingang zur Serpentine Gorge
Die meisten Stationen liegen ziemlich nah am Namatjira Drive, so auch die Ocre Pits, unser nächster Halt. Diese Ockergruben sind die Quelle der Aboriginals für die gelbbraune Farbe und ein Heiligtum. Dem entsprechend war es verboten, etwas von der Tonerde mitzunehmen.
Die Ocre Pits
Die Erdschichten sahen wie gekachelte Wände in einem alten Abrisshaus aus.
Letzter Halt, denn es war schon recht spät geworden, war die Ormiston Gorge.Auf dem Weg dahin haben wir noch einen Dingo gesehen:
Ein Dingo
Und wie ich da so stand und Fotos machte, ergab sich mir plötzlich und vollkommen unerwartet folgendes Bild:
Ein Rock Wallaby, vollkommen unbeeindruckt von unserer Präsenz
Zurück nach Alice Springs ging es anschließend und zurück nach Melbourne am nächsten Morgen. Die drei Tage Northern Territory waren echt wunderschön und mal wieder voller Erinnerungen. Ich hätte nie gedacht, dass die Landschaft derart grün ist.
Amen.
Amen.




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